Osijek (Kroatien)/Böhmzwiesel – Schon zum dritten Mal innerhalb von zwölf Monaten durfte unser Vereinsmitglied Benedikt Ascher das Trikot der deutschen Nationalmannschaft auf einer Europameisterschaft tragen. Nach der Kleinkaliber-EM 2025 in Châteauroux und dem grandiosen Auftritt bei der Luftdruck-EM in Burgas Anfang dieses Jahres ging es vom 7. bis 17. Mai für die Kleinkaliber-EM nach Osijek in Kroatien. Was Benedikt dort ablieferte, zeigt einmal mehr seine konstante Entwicklung an der europäischen Spitze – auch wenn am Ende eine Medaille knapp außer Reichweite blieb.
KK-Dreistellungskampf Einzel: Bestes Stehend-Ergebnis des Feldes – Sprung ins Spitzenfeld
Den Auftakt machte am Dienstag, 12. Mai, der Einzelwettkampf im KK-Dreistellungskampf. Bei alles andere als sommerlichen Temperaturen und variablen Windbedingungen zeigte Benedikt direkt, wo er in der europäischen Konkurrenz mittlerweile steht. Sein größtes Ausrufezeichen setzte er im Stehendanschlag: Mit zwei Serien von 100 und 98 Ringen erzielte er 198 Ringe stehend – und damit das beste Stehend-Ergebnis im gesamten Einzelfeld der besten Junioren Europas. Kein anderer Schütze unter den ersten zwölf kam auch nur in die Nähe dieser Marke.
Am Ende standen 584 Ringe auf seinem Schießzettel – ringgleich mit dem Schweizer Lio Wickihalder auf Platz 8. Bei Ringgleichheit entscheiden die Innenzehner über das Finalticket. Mit 26 Innenzehnern hatte Benedikt knapp das Nachsehen gegenüber Wickihalders 29 und beendete den Wettkampf auf einem starken 9. Platz. So nah am Finale der besten Acht – aber zugleich eine deutliche Verbesserung gegenüber seinem EM-Debüt im vergangenen Jahr in Châteauroux, wo er den 16. Platz erreichte. Sieben Plätze nach vorn, mitten ins Spitzenfeld der besten Junioren Europas.
Für die Mannschaftswertung, die parallel mit den Einzelergebnissen läuft, gab es allerdings einen bitteren Dämpfer: Mit Benedikts 584 und Alexander Karls 574 Ringen lag man im Soll – doch Florian Beer konnte bei der Steifigkeitsmessung seiner Schießkleidung nach dem Wettkampf die Vorgaben nicht einhalten und wurde im Nachhinein disqualifiziert. Damit kam auch das Mannschaftsergebnis nicht in die Wertung.
KK-Dreistellungskampf Duett Mixed Team: Gemeinsam mit Xenia Mund
Am Mittwoch, 13. Mai, stand das Duett Mixed Team auf dem Programm – jeweils ein Junior und eine Juniorin schießen ein gemeinsames Mannschaftsergebnis. Benedikt ging hier mit der Münchnerin Xenia Mund für „GER 1″ an den Start und belegte mit zusammen 862 Ringen den 18. Platz im engen Konkurrenzfeld von 30 Mixed-Teams.
KK-Dreistellungskampf Trio: Starker Auftakt auf Platz 3, am Ende Rang 7
Am Donnerstag, 14. Mai, folgte mit dem Trio-Wettbewerb im Dreistellungskampf ein echtes Mannschafts-Match-Format. Hier traten Benedikt Ascher, Florian Beer und Alexander Karl für „GER“ an – und legten den vermutlich besten deutschen Mannschaftsmoment der EM hin. In Qualifikationsstufe 1 schossen die drei mit zusammen 1293 Ringen den 3. Platz – Benedikt steuerte herausragende 438 Ringe bei (Kniend 146, Liegend 147, Stehend 145). Damit lag das deutsche Trio auf direktem Medaillenkurs.
In der zweiten Qualifikationsstufe ließ sich die Leistung leider nicht ganz halten. Mit zusammen 1288 Ringen (Ascher 434, Karl 427, Beer 427) rutschten die deutschen Junioren noch auf den 7. Endplatz – ein respektables Ergebnis im starken Trio-Feld.
KK-Liegendkampf: Riesensprung im Einzel – und ein Krimi im Team
Zum Abschluss der EM-Woche stand am Freitag, 15. Mai, der KK-Liegendwettkampf an. Im Einzel zeigte Benedikt, wie viel Arbeit auch in dieser Disziplin steckt: Mit 616,8 Ringen reihte er sich auf einem starken 13. Platz ein. Auch hier ein deutlicher Sprung gegenüber 2025 (35. Platz, 611,1 Ringe) – das Liegendschießen gehört nun ebenfalls fest zu Benedikts Repertoire auf internationalem Niveau.
Doch der Wettkampf, auf den das deutsche Trio besonders gehofft hatte, war die parallel laufende Mannschaftswertung im Liegendkampf. Mit Moritz Faltinat (617,1 Ringe), Benedikt Ascher (616,8 Ringe) und Alexander Karl als drittem Mann lagen die deutschen Junioren nach dem letzten Schuss auf dem 3. Platz und damit auf der Bronzemedaille! Die ersehnte Medaille bei seiner dritten EM schien für Benedikt zum Greifen nah.
Doch was sich anschließend abspielte, war für die jungen Schützen kaum zu fassen: Bei der Kontrolle der Schießkleidung nach dem Wettkampf konnte auch Alexander Karl die Steifigkeitsmessung nicht bestehen – das gleiche Malheur, das wenige Tage zuvor bereits Florian Beer im Dreistellungskampf widerfahren war. Die Konsequenz: Karl wurde nachträglich disqualifiziert, das Mannschaftsergebnis kam nicht in die Wertung.
Fazit: Auf voller Linie an Europas Spitze angekommen
Was bleibt von dieser EM-Woche? Vor allem die Erkenntnis, dass Benedikt seinen Weg konsequent geht und auf der internationalen Bühne weiter wächst. Platz 9 im Dreistellungskampf-Einzel, das stärkste Stehend-Ergebnis des gesamten Feldes und ein souveräner 13. Platz im Liegen – das sind Resultate, mit denen er mehr als zufrieden sein kann. Im Vergleich zum letzten Jahr hat er sich in beiden Einzeldisziplinen deutlich gesteigert und gehört in seiner Altersklasse fest zur europäischen Spitzengruppe.
Dass es am Ende nicht ganz für eine Medaille gereicht hat, lag an Nuancen – drei Innenzehnern im Einzel und zwei Disqualifikationen wegen der Schießkleidung, die das deutsche Mannschaftsergebnis unverschuldet kosteten. Auch im Trio war es schon das zweite Jahr in Folge, dass die Mannschaft am Bronzeplatz vorbeischrammte – 2025 verlor man das Bronze Medal Match gegen Schweden, in diesem Jahr reichte es knapp nicht für den Sprung ins Halbfinale.
Lieber Benedikt, du hast unseren Verein bei deiner inzwischen dritten Europameisterschaft erneut hervorragend vertreten. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr spricht für sich – und mit dieser Form dürftest du nicht das letzte Mal um EM-Edelmetall gekämpft haben. Wir freuen uns, dich bald wieder im Schützenheim zu begrüßen!
Foto esc-shooting.org
Quellen: European Shooting Confederation (ESC) sowie Deutscher Schützenbund (DSB)
